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Nepal

3 Wochen

Schwindelerregende Höhen, eisige Gipfel und der höchste Berg der Erde. Nepal mit seinem atemberaubenden Himalaya Gebirge ist die Königsdisziplin eines jeden Wanderers. Ich selbst war im Februar 2017 zusammen mit meinem Freund im Himalaya wandern und gebe dir ein paar Tipps für deine perfekte Reiseroute zum Fuße des höchsten Berg der Welt.

Highlights.

Reiseroute 3 Wochen Nepal.


Kathmandu – Lukla nach Phakding – nach Namche Bazaar – Akklimatisationstag Namche Bazaar – nach Tengboche – nach Dingboche – Akklimatisationstag Dingboche – nach Lobuche – Akklimatisationstag Lobuche – nach Gorak Shep – Gorak Shep zum Everest Base Camp und zurück nach Lobuche – nach Tengboche – nach Namche Bazaar – nach Cheplung – nach Paiya – nach Khari Khola – nach Nunthala – nach Phaplu – Kathmandu – Pokhara – Kathmandu

Los geht die Reise…

Kathmandu.

Willkommen in der Hauptstadt Nepals mit seinen unzähligen Tempeln, kleinen Gassen und Märkte. Im Backpacker-Viertel Thamel findest du alles, was dein Outdoor-Herz höher schlagen lässt. Von Wanderstöcken über Daunenjacken bis hin zu Schlafsäcken kannst du dich hier für deine Himalaya Wanderung ausrüsten. Wir haben hier nur noch Einzelheiten gekauft wie Handschuhe etc. Besonders gut eingelaufene Wanderschuhe sollte man schon vorher im Gepäck haben und nicht in Thamel auf den letzten Drücker kaufen. Wer möchte schon bei solch einer Wanderung neue Schuhe einlaufen.

Von Lukla über Phakding bis Namche Bazaar.

Frühs starten vom Flughafen in Kathmandu die kleinen Flugzeuge nach Lukla, von wo aus die Wanderung zum Everest Base Camp startet. Die erste Tagesetappe führt uns bis nach Phakding auf 2610m.

Hier schlafen wir in unserem ersten Teahouse. Diese sind sowohl Restaurant als auch Hotel zugleich und haben einfache Doppelzimmer. Reservieren kann man nicht, also einfach auf dem Weg an einem Teahouse halten und nachfragen, ob sie noch ein Zimmer haben. In der Hauptsaison kann es hier auch einmal sehr eng werden.

Von Phakding geht es am nächsten Morgen weiter nach Namche Bazaar, der größten Stadt auf der Wanderung. Mit einem 1000m Anstieg ist diese Etappe eine der härtesten der gesamten Wanderung. In Namche Bazaar hat man die Chance, vergessenes Equipment nachzukaufen. Hier bleiben wir außerdem 2 Nächte, um uns auf die Höhe von 3440m zu akklimatisieren. Am Akklimatisationstag lohnt es sich zu den Sherpa Dörfern Khunde und Khumjung mit leichtem Tagesgepäck zu wandern um den Körper an die Höhe zu gewöhnen.

Namche Bazaar über Tengboche nach Dingboche.

Wir erreichen nun die Baumgrenze und die Landschaft wird schlagartig karger. Die nächste Tagesetappe geht von Namche Bazaar nach Tengboche mit 300m Abstieg und 700m Aufstieg. In Tengboche gibt es ein großes Buddhistisches Kloster. Jeden Tag um 3 Uhr meditieren hier die Mönche zusammen und Besucher sind willkommen daran teilzunehmen.

Am nächsten Tag geht es von Tengboche nach Dingboche auf 4410m. Hier bleiben wir wieder zwei Nächte um uns gut akklimieren zu können. Am Akklimationstag lohnt sich ein Trip auf den “Hausberg” von Dingboche, von wo aus man eine der schönsten Aussichten der Wanderung hat.

Von Dingboche über Lobuche nach Gorak Shep.

Atem(be)raubend geht es weiter. In Lobuche übernachtet man das letzte Mal knapp unter der 5.000er Marke. Die Wahrscheinlichkeit, an der Höhenkrankheit zu erkranken, wird immer ‘höher’. So werden in Lobuche täglich Wanderer mit dem Helikopter abgeholt, die von Schwindel und Halluzinationen  geplagt sind. Auch ich hatte hier die ersten Anzeichen der Höhenkrankheit und daher einen weiteren Pausetag eingelegt. Dies ist der große Vorteil, wenn man individuell und ohne Gruppe unterwegs ist, da man auf seinen Körper hören kann und nicht mit der Gruppe ‘getrieben’ wird, weiterzulaufen.

Wenn man sich an die Höhe von Lobuche gewöhnt hat, ist man bereit, den letzten Schritt zu wagen. Von Lobuche nach Gorak Shep läuft man die meiste Strecke über einen Gletscher und Geröllfelder, wodurch die Strecke noch einmal an den Nerven zieht.

Gorak Shep, Aussichtsberg Kala Pattar und Everest Base Camp.

Gorak Shep ist auf 5.200m die höchste und letzte Übernachtungsstation der Wanderung. Von hier aus sollte man mit Tagesgepäck zum Sonnenaufgang oder -untergang auf den Aussichtsgipfel Kala Pattar wandern. Am nächsten Tag geht es zum Everest Base Camp. Im Februar waren leider kaum Expeditionen vor Ort, daher konnte man nur Erahnen, welche Ausmaße das Camp in der Hauptsaison im April hat.

Vom Base Camp selbst sieht man leider den Mount Everest überhaupt nicht, es ist eher ein symbolisches Ziel der Wanderung. Das eigentliche Highlight ist der Blick vom Aussichtsgipfel Kala Pattar.

Zurück über Tengboche und Namche Bazaar nach Cheplung.

Nachdem man das Base Camp erreicht hat, freut man sich, die Heimreise antreten zu können und mit jedem Schritt besser atmen zu können. Nach einer Nacht in Lobuche laufen wir fast 18km bis nach Tengboche. Danach geht es weiter nach Namche Bazaar, wo sowohl eine Dusche als auch Schokokuchen auf uns warten.  Immernoch auf dem selben Hinweg geht es nun zurück bis nach Cheplung.

Über Paiya, Khari Khola und Nunthala nach Phaplu.

Kurz nach Cheplung nehmen wir nun eine neue Abzweigung, um nicht zum Flughafen Lukla, sondern nach Phaplu weiterzulaufen, von wo aus Jeeps nach Kathmandu fahren. Der Wanderweg unterscheidet sich komplett. Das Klima wird mild und tropischer, es sind kaum andere Touristen unterwegs und die Einwohner sind hauptsächlich Bauern statt im Tourismus tätig. Auf dieser Wegstrecke kann man daher einen authentischen Einblick in das Leben der Nepalesen gewinnen. Oft muss man Eseln ausweichen, die Waren zum Everest Base Camp Trek bringen.

Auch wenn man nicht mehr mit der Höhe selbst zu kämpfen hat, machen einen die Höhenunterschiede zu schaffen. So müssen einige Täler und Berge überwunden werden, um Phaplu zu erreichen. Hier kann man eigentlich in der Unterkunft ein Rückfahrticket nach Kathmandu kaufen. Die Jeep-Fahrt wird dann noch einmal zum Abenteuer. Zu elft im Jeep muss man einige Stunden Serpentinen überstehen. Da wünscht man sich fast schon in das kleine Flugzeug zurück.

Entspannte Tage in Pokhara.

Zum Ende der Reise verbringen wir noch ein paar Urlaubstage in Pokhara. Von hier aus hat man nicht nur super Aussichten des Annapurnamassives, man kann auch paragliden, mit einem Roller oder Motorrad die Gegend erkunden oder einfach am See entspannen. Übernachtet haben wir in einer süßen Hütten mit Hängematte und Seeblick. (Freedom cafe&bar)

Fazit.

Nepal war genauso wunderschön wie ich es mir immer vorgestellt habe. Die Landschaft, die Menschen – es gibt kaum einen bessere Flucht aus dem Alltag, als sich eine längere Zeit auf eine Wanderung durch dieses sagenhafte Land zu begeben. Und es wird nicht die letzte gewesen sein!

ORGANISATION.

Reisezeit.

Oktober bis Dezember, März bis Mai. Hauptsaison, angenehmes Klima, aber viele Touristen.
Februar. Noch sehr kalt, dafür klare Sichten und kaum Touristen. (Unser Reisemonat)

Verkehrsmittel.

Bus. Die Strecke Kathmandu – Pokhara haben wir mit dem Bus bereist. Da durch das Erdbeben viele Straßen kaputt sind, muss man sich auf eine sehr anstrengende Fahrt einstellen. Den Bus haben wir im Hostel gebucht, man kann aber auch einfach zum Abfahrtsort der Busse gehen und dort spontan ein Ticket erwerben.

Jeep. Mit dem Jeep fuhren wir von Phaplu bis nach Kathmandu. Da die Fahrt einige Serpentinen beinhaltete, wurden vielen Mitfahrern sehr übel – am Fenster zu sitzen ist daher sehr zu empfehlen!

Flugzeug. Der Flug Kathmandu – Lukla ist wohl einer der aufregendsten der Welt. Man sitzt mit ca. 10 anderen Passagieren direkt hinter den Piloten und hat eine wahnsinnige Aussicht auf das Himalaya Gebirge, bis man schließlich auf einen der kürzesten Landebahnen mitten in den Bergen landet.

Übernachten.

Teahouses. Auf der Wanderung haben wir in Teehäusern übernachtet. Diese befinden sich gut verteilt auf der ganzen Wanderstrecke und man muss/kann nicht vorreservieren. Da wir in der Nebensaison unterwegs waren, konnten wir meistens kostenlos übernachten, wenn wir dafür Abendessen und Frühstück dort aßen.

Hotel. Wir haben in Kathmandu und Phokara in billigen Hotels übernachtet, die wir über Booking.com meistens einen Tag vor Ankunft gebucht haben.

Budget.

Ich habe in 4 Wochen ca. 800€ ausgegeben.

200€ für Übernachtungen im Hotel – 150€ Flugticket Lukla – 50€ Bus, Taxi  – 400€ Essen

Packliste.

Kleidung. Wanderschuhe, Flipflops, Wanderhose, Funktionswäsche, Regenjacke, Daunenjacke, Stirnband, Buff

Kamera. Pentax Spiegelreflexkamera, Weitwinkelobjekiv, Standardzoom 18-55mm, 50mm Festbrennweite, Stativ, GoPro

Sonstiges. Schlafsack, kleines Erste Hilfe Set mit Medikamenten, Tigerbalsam, Kosmetikbeutel, Reisehandtuch, Reiseführer, Daypack, Backpack, Geldgürtel, Ohrenstöpsel, Schlafmaske, Nackenkissen, Sonnenbrille, Sonnencreme, Schokolade, Toilettenpapier, Wasserfilter/Chlortabletten