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[Nord]irland

7 Tage

Wer träumt nicht von Irland, der grünen Insel, mit den vielen hohen Weiden, dramatischen Klippen und lebendigen Pubs? Selbst wenn es den kompletten Urlaub regnet, kann man das Irland nicht übel nehmen und man wird sich im Nachhinein nur noch an die magischen Momente erinnern, wo das Wetter umschwingt und die Sonne durchspitzt.

Highlights.

Reiseroute 1 Woche Irland.


Galway [1 Tag] – Cliffs of Moher [1 Tag] – Londonderry [1 Tag] – Giant’s Causeway [1 Tag] – Belfast [1 Tag] – Dublin [2 Tage]

Studentenstadt Galway.

Vom Flughafen in Dublin geht es mit einem Direktbus in 2,5 Stunden auf die Westseite der Insel nach Galway. Mit seinen etwa 75.000 Einwohnern zählt Galway bereits zu den größeren Städten der Insel. Trotzdem ist der Stadtkern relativ überschaubar und schnell erkundet. Besonders die alten, aus Stein errichteten Häuser machen Lust zum Schlendern.

Abends ist der Besuch eines der unzähligen Pubs ein Muss und man sollte zumindest einmal Irlands Nationalgetränk Guinness probieren. Mit etwas Glück wird der Pub-Besuch durch einen der unzähligen Kleinkünstler und Musikern gekrönt, die ihre eigene oder bekannte Folksongs zum Besten geben.

Felsenklippen Cliffs of Moher.

Wir folgen der Küste in südlicher Richtung, bis wir nach ca. 1,5h Fahrt an den Cliffs of Moher ankommen. Die Felsküsten-Formation beeindruckt sowohl durch seine Höhe, als auch durch den extrem rauen Wind, der den Besuchern an der Schlucht entgegenschlägt.

Besonders das binnen Minuten umschlagende Wetter, welches Irland so bekannt macht, ist hier zu erleben: Wo eben noch absolut nichts von der Küste, geschweige denn dem Meer zu sehen war, reißt innerhalb weniger Minuten die endlos scheinende Nebeldecke auf, und das komplette Panorama der Cliffs of Moher kommt zum Vorschein. Besonders reizend ist bei der traumhaften Aussicht dann der ca. einstündige Spaziergang zum sogenannten „Túr an Mhothair“, einer alten Turmruine, die nur wenige Kilometer von der Besucherstation der Cliffs entfernt liegt.

Mein Geheimtipp:

Wer den besonderen Nervenkitzel liebt, der schlägt sein Zelt direkt am Turm oder auf einer der anschließenden Kuhweiden auf, um dort beim Schlagen der Wellen an die schroffe Felswand und bei laut wehendem Wind einzuschlummern.

Über Doolin bis nach Londonderry

Wer noch Souvenirs für seine Liebsten braucht, für den lohnt sich ein kleiner Halt im nur 9km entfernten Doolin, einem kleinen Dorf das aus kultigen, bunten Häusern besteht.

Mit dem Bus geht es weiter, bis man schließlich die Grenze nach Nordirland überquert, um in Londonderry weiterzufahren. Londonderry punktet vor allem mit seiner mittelalterlichen Altstadt. Folgt man der alten Stadtmauer die Anhöhe hinauf, so wartet die kleine gotische St. Columb’s Cathedral inklusive Ausblick auf die Stadt.

Dramatische Basaltsäulen Giant’s Causeway.

Die Küstenstraße bringt uns weiter gen Nordosten, entlang der atemberaubenden Atrimküste, wo der Giant’s Causeway schon auf uns wartet. Das UNESCO-Welterbe ist ein skurriles Wunder der Natur: Wie mit Menschenhand geschlagen ragen die rund 40.000, meist sechseckigen Basaltsäulen bis zu 12 Meter aus dem Meer heraus. Nachdem man vom Besucherzentrum aus zu Fuß startet, läuft man etwa 20 Minuten bis zum eigentlichen Basaltfeld.

Sehr zu empfehlen ist es, den Pfad östlich des Causeways fortzusetzen. Dieser führt wagemutig an den steilen Klippen entlang und endet nach etwa 5 km an einem kleinen Picknick-Platz mit Aussicht auf die Dunseverick Castle, einer völlig verfallenen Burgruine auf einem vorgelagerten Felsen. Entweder man verbringt dort die Nacht beim Rauschen des Meeres im Zelt, oder man nimmt den Bus, der in regelmäßigen Abständen an der nahe gelegenen Bushaltestelle abfährt.

Kulturstadt Belfast.

Weiter geht es mit dem Bus in die Hauptstadt Nordirlands. Belfast ist im Zentrum zwar überschaubar, jedoch hat die Stadt eine Menge zu bieten. Wer sich rechtzeitig mit Belfast auseinandersetzt, der merkt schnell: Langweilig wird es hier nie!

In der Innenstadt selbst dient der grandiose Bau der City Hall als guter Orientierungspunkt. Rund herum gibt es schmale Gässchen und Cafés, in welchen man sich aufwärmen kann.

Für den, der etwas Ruhe braucht, lohnt sich ein kleiner Abstecher zur Queen’s University im Süden der Stadt. Die altehrwürdigen Universitätsgebäude laden zum Schlendern und Erkunden ein, zudem kann man sich zum Picknicken zu den hunderten Studenten auf den Wiesen gesellen.

Pubkultur in Dublin

Unsere Reise endet in Dublin, die – ähnlich wie Belfast – zwar auf den ersten Blick recht beschaulich wirkt, jedoch eine riesige Anzahl von Angeboten bereithält.

Auf jeden Fall lohnenswert ist ein Besuch des Trinity Colleges, welches sich im östlichen Stadtzentrum befindet. Ein ganz besonderes Highlight ist dabei der sog. „Long Room“: Der über 60m lange (ehemalige) Studiersaal macht die Bibliothek des Trinity Colleges zu einer der schönsten und bekanntesten der Welt.

Abgesehen vom Trinity College sorgt vor allem das Dublin University College mit seinen 20.000 Studenten für eine regelrechte Senkung des Altersdurchschnitts der Stadtbevölkerung. Dies macht sich vor allem abends bemerkbar: Unzählige Pubs und Clubs mit Livemusik verleihen vor allem dem Ausgehviertel Temple Bar ein dynamisch jugendliches Flair. Die Chance, in einem der urigen Pubs ein Guinness zu trinken, sollte man sich keines Falls entgehen lassen, zumal die Traditionsbrauerei, auf die Dublin’s Studenten mächtig stolz sind, nur wenige hundert Meter entfernt zu Hause ist.

Fazit.

Irland ist das perfekte Reiseziel für Backpacking-Einsteiger oder diejenigen, die für kurze Zeit aus ihrem Alltag entfliegen möchten. Nordirland wird dabei von vielen Touristen unterbewertet, obwohl alleine ein Abstecher zum Giant’s Causeway zum Highlight jeder Reise wird. Wer länger als eine Woche Zeit hat kann sich entweder auf der Route mehr Zeit lassen oder aber den Kreis mit dem wunderschönen Südirland noch vervollständigen.

 

ORGANISATION.

Reisezeit.

Juni bis September. Beste Reisezeit, angenehmes Klima aber auch Hochsaison.
Oktober. Toller Herbst.
November bis März. Nasskalter Winter.
April bis Mai. Blühender Frühling.

Verkehrsmittel.

Bus. Billige Alternative zum Mietwagen und verlässlich. Regionalbusse fahren auch Sehenswürdigkeiten wie die Cliffs of Moher an.

Auto. Achtung, Linksverkehr. Ansonsten natürlich das teuerste, aber auch individuellste Transportmittel.

Trampen. Funktioniert gut wenn man vom Land oder von Sehenswürdigkeiten wie dem Giant’s Causeway startet, weniger gut von der Stadt aus.

Übernachten.

Hostel. Hauptsächlich haben wir in Hostels übernachtet. Diese haben zwischen 10€ und 20€ die Nacht gekostet.

Couchsurfing. In Londonderry und Dublin haben wir Couchsurfing ausprobiert und hatten sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn man einen netten Host hat, ist hier der Vorteil eindeutig das man die Stadt von einem Local gezeigt bekommen kann.

Camping. An den Cliffs of Moher und am Giant’s Causeway haben wir jeweils wild gecampt.

Budget.

Ich habe in 1 Woche ca. 300€ ausgegeben.
[50€ für Übernachtungen im Hostel – 100€ Bus – 100€ Essen – 50€ für Tickets und sonstige Ausgaben]

Packliste.

Kleidung. Sneaker, Flipflops, Wanderschuhe, Wanderhose, Oberteile, Pulli, Regenjacke

Kamera. Pentax Spiegelreflexkamera, Weitwinkelobjekiv, Standardzoom 18-55mm, 50mm Festbrennweite, Stativ

Sonstiges. kleines Erste Hilfe Set mit Medikamenten, Tigerbalsam, Waschbeutel, Opinel, Reisehandtuch, Reiseführer, Geldgürtel, Ohrenstöpsel, Schlafmaske, Nackenkissen, Sonnenbrille, Daypack, Backpack

Campingausrüstung. Zelt, Exped Isomatte, Schlafsack, Taschenlampe